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Zeitschrift für Sozialpsychologie 1, 1996


Metaanalysen in der Einstellungs-Verhaltens-Forschung
Meta-Analyses in Attitude-Behavior Research

Bernd Six & Thomas Eckes

Bergische Universität Wuppertal

(Summary)

Zusammenfassung

Metaanalysen, die in den letzten Jahren zur Relation von Einstellung und Verhalten erschienen sind, werden dargestellt und diskutiert. Es zeigen sich große Unterschiede in den Fragestellungen, den Kriterien zur Auswahl relevanter Studien und den Methoden der Datenanalyse. Dennoch lautet das übereinstimmende Resultat, daß Einstellungs- und Verhaltensmaße keineswegs so niedrig miteinander korrelieren, wie es in der Folge früherer narrativer Reviews immer wieder behauptet wurde. Schließlich werden auch einige grundsätzliche Probleme von Metaanalysen als Methoden der Literaturauswertung mit forschungsstrategischem Anspruch besprochen.

Schlüsselwörter:

Einstellung, Intention, Verhalten, Theorie überlegten Handelns, Metaanalyse

Zeitschrift für Sozialpsychologie 27, 1996, Heft 1, S. 7-17 © Verlag Hans Huber, Bern

Summary

This paper presents an overview and critical examination of recent meta-analyses dealing with the relationship between attitudes and behavior. Though widely differing with respect to the issues investigated, the criteria for selection of relevant studies and the technical details of data analysis, the analyses converge on the conclusion that attitudinal and behavioral measures actually are correlated much higher than has usually been claimed on the basis of narrative reviews. Some more fundamental limitations of meta-analyses conceived of as methodological tools of scientific discovery are also noted.

Key words:

Attitude, Intention, Behavior, Theory of Reasoned Action, Meta-Analysis

Zeitschrift für Sozialpsychologie 27, 1996, Heft 1, S. 7-17 © Verlag Hans Huber, Bern


Eine kritische Bewertung der Theorie überlegten Handelns und der Theorie geplanten Verhaltens
A Critical Evaluation of the Theory of Reasoned Action and the Theory of Planned Behavior

Klaus Jonas & Jörg Doll

Universität Tübingen und Universität Kiel

(Summary)

Zusammenfassung

Die Theorie überlegten Handelns (TORA) von Fishbein und Ajzen und die Theorie geplanten Verhaltens (TOPB) von Ajzen werden insbesondere hinsichtlich (1) ihrer Geltungsbereiche, (2) ihres Intentionsbegriffs, (3) der Suffizienz für die Verhaltensvorhersage, (4) methodischer Gesichtspunkte und (5) des Mangels prozeßbezogener theoretischer Begriffe kritisch diskutiert. Demnach umfaßt die TOPB einen weiteren Geltungsbereich als die TORA. Der Intentionsbegriff der TOPB erscheint sinnvoller definiert als der der TORA. Allerdings können weder die TORA noch die TOPB als suffizient gelten. Zudem liegen bisher zu wenige strenge Überprüfungen der in den Theorien enthaltenen kausalen Annahmen vor. Die beiden Theorien werden als zu statisch kritisiert und es werden Hinweise auf die Erweiterung um Prozeßaspekte gegeben.

Schlüsselwörter

Einstellung, Intention, Verhalten, Theorie überlegten Handelns, Theorie geplanten Verhaltens

Zeitschrift für Sozialpsychologie 27, 1996, Heft 1, S. 18-31 © Verlag Hans Huber, Bern

Summary

The following aspects of Fishbein and Ajzen's theory of reasoned action (TORA) and Ajzen's theory of planned behavior (TOPB) are critically discussed: (1) the behavioral domains of the theories, (2) their respective concept of , (3) the question of their theoretical sufficiency, (4) methodological aspects, and (5) their lack of process-related constructs. It is concluded that the TOPB has a wider range of application than the TORA. The intention concept of the TOPB appears to be more meaningfully defined than that of the TORA. However, neither the TORA nor the TOPB can be regarded as sufficient. There is also a need for more strict empirical tests of the theories' causal assumptions. Both theories are criticized as being too static. Suggestions are made on how to extend the two theories by process-related constructs.

Key words:

Attitude, Intention, Behavior, Theory of Reasoned Action, Theory of Planned Behavior

Zeitschrift für Sozialpsychologie 27, 1996, Heft 1, S. 18-31 © Verlag Hans Huber, Bern


Eine Überprüfung der Theorie des geplanten Verhaltens in zwei Wahlsituationen mit dichotomen Handlungsalternativen: Rad vs. PKW und Container vs. Hausmüll
An Empirical Test of the Theory of Planned Behavior in two Choice Situations with two Behavioral Alternatives: Bike vs. Car and Container vs. Garbage Can

Sebastian Bamberg & Christian Lüdemann

Universität Gießen und Universität Bremen

(Summary)

Zusammenfassung

In zwei Studien (N = 223; N = 247) werden für je zwei Verhaltensalternativen der Verhaltensbereiche «Altglas-Recycling» und «Verkehrsmittelwahl» die Konstrukte der Theorie geplanten Verhaltens (TOPB) gemessen. Um beim Test der TOPB den Entscheidungsprozeß zwischen den beiden Verhaltensalternativen explizit zu berücksichtigen, wird die TOPB erstens auf der Basis von Differenz-Werten mittels LISREL getestet. In beiden Untersuchungen können die als Differenz-Werte operationalisierten Konstrukte der TOPB 55% und 72% der Varianz in der Intention sowie 72% der Varianz des Verhaltens in der Verkehrs-Studie erklären. In einem zweiten Schritt wird in die TOPB die Variable «vergangene Verhaltenshäufigkeit» als zusätzlicher Prädiktor eingeführt. Die vergangene Verhaltenshäufigkeit wird jedoch nicht als zusätzliches Konstrukt (z.B. als Habit-Maß) in die TOPB eingeführt, sondern als Kontrollvariable für eventuell fehlende Modellvariablen betrachtet. Die starken Effekte der vergangenen Verhaltenshäufigkeit auf die TOPB-Variablen, insbesondere die Intention, deuten darauf hin, daß in den vorliegenden beiden Studien die TOPB nicht alle Variablen berücksichtigt, die einen Einfluß auf das Verhalten haben und insofern ein Spezifikationsfehler vorliegt.

Schlüsselwörter:

Einstellung, Verhalten, Theorie geplanten Verhaltens, Recycling, Verkehrsmittelwahl, Wahlverhalten

Zeitschrift für Sozialpsychologie 27, 1996, Heft 1, S. 32-46 © Verlag Hans Huber, Bern

Summary

The Theory of Planned Behavior (TOPB) is used to explain environmental behavior in two surveys (N = 223; N = 247) considering recycling behavior and traffic choice. Two behaviors each consisting of two discrete behavior alternatives are examined: using a bike or a car and putting glas into a garbage can or a container. Considering the binary choice situation variables of the TOPB are measured as differences. The TOPB based on difference-variables was tested by a structural equation approach (LISREL) and can explain 55% and 72% of the variance in intention and 72% of the variance in behavior. A measure of frequency of past behavior is added as an additional predictor to the TOPB. Frequency of past behavior is used as a control variable which may indicate a specification error in the TOPB. Strong effects of frequency of past behavior on the variables of the TOPB especially intention indicate some specification error within the model of TOPB thus questioning the sufficiency of the TOPB. Further theoretical development of the TOPB and a definite judgement of the theory's sufficiency requires a separation of different aspects confounded in the frequency of past behavior and a further elaboration of valid measurement instruments.

Key words:

Attitude, Behavior, Theory of Planned Behavior, Recycling, Travel Mode Choice, Choice-Behavior

Zeitschrift für Sozialpsychologie 27, 1996, Heft 1, S. 32-46 © Verlag Hans Huber, Bern


Allgemeine oder spezifische Einstellungen bei der Erklärung umweltschonenden Verhaltens? Eine Erweiterung der Theorie des geplanten Verhaltens um Einstellungen gegenüber Objekten
General or Specific Attitudes in Explaining Ecological Responsible Behavior? An Enlargement of the Theory of Planned Behavior by the Concept «Attitudes Towards Objects»

Sebastian Bamberg

Universität Gießen

(Summary)

Zusammenfassung

In der psychologischen Forschung zum Umweltbewußtsein werden oft allgemeine Einstellungen zum Umweltschutz bzw. zu umweltschonenden Verhaltensweisen als direkte Prädiktoren derartiger Verhaltensweisen verwandt. Der empirische Zusammenhang zwischen diesen Größen ist jedoch schwach.

Das hier vorgestellte «erweiterte Modell der Einstellungs-Verhaltens-Relation» geht deshalb davon aus, daß allgemeine umweltbezogene Einstellungen keine direkten Determinanten spezifischer umweltbezogener Verhaltensweisen darstellen. Der Einfluß dieser Konstrukte auf Verhalten wird vielmehr vollständig durch situations- und verhaltensspezifische Kognitionen vermittelt. Ajzens Theorie des geplanten Verhaltens stellt ein Modell der Beziehung zwischen solchen spezifischen Kognitionen und Verhalten dar. Einstellungen gegenüber Objekten wird hingegen, in Anlehnung an Überlegungen von Fazio, die Rolle zugeschrieben, in alltäglichen Verhaltenssituationen diese situations- und verhaltensspezifischen Kognitionen spontan zu aktivieren und so die Einstellungs-Verhaltens-Relation in Gang zu setzen. Das postulierte Modell wird zur Erklärung der PKW-Nutzung Studierender für den Weg zur Universität eingesetzt. Dazu werden die Daten von 1166 Studierenden der Universität Gießen mittels Strukturgleichungs-Ansatz analysiert. Wie im Modell postuliert, haben verkehrspolitische Einstellungen keinen direkten Effekt auf die PKW-Nutzung, jedoch starke direkte Effekte auf «verhaltensnahe» situations- und verhaltensspezifische Kognitionen.

Schlüsselwörter:

Einstellung, Verhalten, Theorie geplanten Verhaltens, Verkehrsmittelwahl, Umweltbewusstsein

Zeitschrift für Sozialpsychologie 27, 1996, Heft 1, S. 47-60 © Verlag Hans Huber, Bern

Summary

Psychological research often uses general attitudes towards environmental protection or environmentally relevant behaviors as direct predictors of environmentally relevant behaviors. However, the observed empiricalrelationship between these constructs is low.

The presented «enlarged model of attitude-behavior-relation» postulates that general, environmentally related attitudes are not direct determinants of behavior.

The impact of these constructs on behavior is completely mediated by situation- and behavior-specific cognitions. Ajzens Theory of Planned Behavior is one model of the relationship between such specific cognitions and behavior. Nevertheless, following Fazio, it is supposed that attitudes toward objects in everyday situations spontaneously activate these situation- and behaviorspecific cognitions and doing so, initiate the attitude - behavior - relation.

The postulated model is used to explain the car-using-behavior of students for ways to university lectures. Structual-equation-models are used to analyze the data of 1166 students of the University of Gießen. As expected, general attitudes towards traffic-policy have no direct impact on car-using behavior, but a strong direct impact on the situation- and behavior-specific cognitions.

Key words:

Attitude, Behavior, Theory of Planned Behavior, Travel Mode Choice, Environmental Concern

Zeitschrift für Sozialpsychologie 27, 1996, Heft 1, S. 47-60 © Verlag Hans Huber, Bern


Einstellung und Leistung in Gruppen: Eine Überprüfung der Theorie des geplanten Verhaltens bei Spielern der Basketball-Bundesliga
Attitude and Performance in Groups: A Test of the Theory of Planned Behavior on Basketball Players

Rüdiger Arnscheid & Peter Schomers

Universität Tübingen

(Summary)

Zusammenfassung

Die Theorie des geplanten Verhaltens wurde bei individuellem Leistungsverhalten im Gruppenkontext überprüft. 82 Spieler der Basketball-Bundesliga beantworteten Fragen zu Intention, Einstellung, subjektiver Norm und wahrgenommener Verhaltenskontrolle hinsichtlich des Verhaltens, so gut zu spielen, daß sie durchschnittlich mindestens 30 von 40 Spielminuten in den 10 folgenden Spielen eingesetzt werden. Die tatsächlichen Leistungsdaten der Spieler standen zur Verfügung. Die Ergebnisse zeigen, daß die Intention durch Einstellung, subjektive Norm und wahrgenommene Verhaltenskontrolle vorhergesagt wird. Die Korrelation zwischen subjektiver Norm und wahrgenommener Verhaltenskontrolle ist dabei sehr hoch. Die Analyse der normativen Meinungen und Kontrollmeinungen deutet auf die bedeutsame Rolle des Coaches für beide Variablen hin. Bei der Vorhersage des Verhaltens ist die wahrgenommene Verhaltenskontrolle der wichtigste Prädiktor. Insgesamt konnten die Vorhersagen der Theorie des geplanten Verhaltens bestätigt werden. Durch Berücksichtigung der Einstellung gegenüber dem Verhalten konnte zusätzliche Verhaltensvarianz aufgeklärt werden. Allerdings war dieser Zusammenhang negativ. Mögliche Erklärungen für dieses Ergebnis werden diskutiert.

Schlüsselwörter:

Einstellung, Theorie geplanten Verhaltens, Gruppenleistung, Mannschaftssport

Zeitschrift für Sozialpsychologie 27, 1996, Heft 1, S. 61-69 © Verlag Hans Huber, Bern

Summary

The theory of planned behavior was tested with respect to individual performance in a group context. 82 basketball players in the German National League () answered questions on their attitude, subjective norm, and perceived behavior control concerning their behavior playing well enough that they might average at least 30 of 40 minutes in the next 10 games. The actual performance data of the players were available. The results indicated that intention could be predicted by attitude, subjective norm, and perceived behavior control. A high correlation between subjective norm and perceived behavior control was found. The analysis of the normative beliefs and of the control beliefs suggests a dominant role of the coach for both variables. In predicting behavior, perceived behavior control turned out to be the most important variable. Taken together, the predictions of the theory of planned behavior were confirmed. In addition, attitude toward behavior improved prediction of behavior. However, the relationship between attitude and behavior was negative. Possible explanations of this finding are discussed.

Key words:

Attitude, Theory of Planned Behavior, Group Performance, Team Sports

Zeitschrift für Sozialpsychologie 27, 1996, Heft 1, S. 61-69 © Verlag Hans Huber, Bern


Intention = Verhalten? Eine repräsentative Längsschnittstudie zur Überprüfung der Theorie des geplanten Verhaltens im Kontext der AIDS-Prävention1
Intention = Behavior? A Representative Panel-Study to Test the Theory of Planned Behavior in the Context of AIDS-Prevention

Kerstin Plies & Peter Schmidt

Universität Gießen, Institut für angewandte und empirische Sozialforschung
Zentrum für Umfragen, Methoden und Analysen (ZUMA), Mannheim

(Summary)

Zusammenfassung

In der vorliegenden Studie wurde die Theorie des geplanten Verhaltens (Ajzen, 1985, 1988, 1991) sowohl zur Vorhersage der Absicht, bei neuen sexuellen Kontakten Kondome anzuwenden, als auch des später gemessenen Verhaltens angewandt. Das Modell zur Erklärung der Verhaltensabsicht (Intention) wurde zum ersten Meßzeitpunkt an einer repräsentativen Stichprobe von N=1500 Befragten im Alter von 14-24 Jahren aus den alten und neuen Bundesländern getestet; 39% der Intentionsvarianz konnten durch die Einstellung zum Verhalten, die subjektive Norm und die wahrgenommene Verhaltenskontrolle aufgeklärt werden. Das Verhaltensmodell wurde anhand der Daten jener Befragten getestet, die zwischenzeitlich Geschlechtsverkehr mit einem neuen Partner hatten (N=171). Nur 7% der Verhaltensvarianz, d.h. der Kondomanwendung beim Geschlechtsverkehr mit neuen Partnern während des Zeitraums von einem Jahr, konnten mit Hilfe der Theorie geplanten Verhaltens aufgeklärt werden. Mögliche Gründe für dieses Ergebnis und Konsequenzen werden diskutiert.

Schlüsselwörter:

Theorie des geplanten Verhaltens, Kondomverwendung, Längsschnittstudie, Jugendliche

Zeitschrift für Sozialpsychologie 27, 1996, Heft 1, S. 70-80 © Verlag Hans Huber, Bern

Summary

In this study, we applied the theory of planned behavior (Ajzen, 1985, 1988, 1991) to predict the intention and the actual use of condoms within one year in contacts with new sexual partners. We tested the theory with a representative sample of N=1500 respondents aged between 14 and 24 years from East and West-Germany. In Model 1 we specified intention to use a condom as the dependent variable and explained 39% of the variance of intention by attitude toward the behavior, subjective norm and perceived behavioral control. After one year the second data wave of the panel study was collected. Now we predicted the behavior of those who had intercourse with a new partner within the predicted year (N=171). We explained only 7% of the behavioral variance. Finally possible explanations and consequences will be discussed.

Key words:

Theory of Planned Behavior, Condom Use, Panel Study, Adolescents

Zeitschrift für Sozialpsychologie 27, 1996, Heft 1, S. 70-80 © Verlag Hans Huber, Bern


Typizitäts- und Spezifitätseffekte in der Einstellungs-Intentions-Relation
Typicality and Specificity Effects in Attitude-Intention Consistency

Thomas Eckes

Bergische Universität Wuppertal

(Summary)

Zusammenfassung

Der Typizitätseffekt in der Einstellungs-Intentions-Relation besagt, daß allgemeine soziale Einstellungen Verhaltensintentionen gegenüber typischen Angehörigen einer Kategorie besser vorhersagen als Verhaltensintentionen gegenüber untypischen Angehörigen. Die vorliegende Studie überprüfte die Hypothese, daß das Auftreten von Typizitätseffekten vom Spezifitätsniveau der Einstellungsdefinition abhängig ist. Ergebnisse eines Experiments, in dem die Typizität von Einstellungsobjekten sowohl auf der Ebene der globalen Geschlechtskategorien als auch auf der Ebene von Geschlechter-Subkategorien variiert wurde, unterstützten die Hypothese: Typizitätseffekte traten auf der Ebene der Subkategorien, nicht aber auf der Ebene der übergeordneten, allgemeinen Kategorien auf. Dieser kognitive Spezifitätseffekt unterstreicht den moderierenden Einfluß von Subkategorien auf die Beziehung von Einstellungen und Verhalten.

Schlüsselwörter:

Einstellung, Intention, Typizität, Spezifität, Prototypen

Zeitschrift für Sozialpsychologie 27, 1996, Heft 1, S. 81-89 © Verlag Hans Huber, Bern

Summary

The typicality effect in attitude-intention consistency is that general category attitudes are better able to predict behavioral intentions toward typical than behavioral intentions toward atypical social category members. The present study tested the hypothesis that the occurrence of typicality effects depends upon the level of specificity at which attitudes are defined or measured. Results of an experiment that manipulated the typicality of attitude objects both at the level of the global gender categories and at the level of subordinate gender types supported the hypothesis: typicality effects were observed at the subcategory level, but not at the superordinate level. This cognitive specificity effect highlights the moderating role of subcategories in the relation of attitudes and behavior.

Key words:

Attitude, Intention, Typicality, Specificity, Prototypes

Zeitschrift für Sozialpsychologie 27, 1996, Heft 1, S. 81-89 © Verlag Hans Huber, Bern


Erklärung und Vorhersage von Verhalten mit unsicheren Konsequenzen: Folgerungen aus der Entscheidungsforschung für die Einstellungsforschung
Explaining and Predicting Behavior with Uncertain Consequences: Inferences from Behavioral Decision Research for Attitude Research

Hans-Rüdiger Pfister1 & Uwe Konerding2

1 Technische Universität Berlin
2 Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen

(Summary)

Zusammenfassung

Sowohl sozialpsychologische Einstellungs- als auch psychologische Entscheidungsforschung beschäftigen sich mit der Erklärung und Vorhersage von Verhalten mit unsicheren Konsequenzen. Damit stellt sich die Frage, inwieweit Ansätze aus der Entscheidungsforschung nutzbringend in die Einstellungsforschung übertragen werden können. Es wird untersucht, inwieweit sich der entscheidungspsychologische Ansatz der «Cumulative Prospect Theory» von Tversky & Kahneman (1992) als alternativer Ansatz zur «Theory of Reasoned Action» von Ajzen & Fishbein (1980) nutzen läßt. Im ersten Teil werden die wichtigsten konzeptuellen Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen beiden Ansätzen diskutiert und die zentralen Analogien herausgearbeitet. Im zweiten Teil werden konkrete Verfahrensvorschläge zur Erhebung der Unsicherheits- und Bewertungskomponente entwickelt, von denen eine Verbesserung der Erklärung von Einstellungen und der Verhaltensvorhersage erwartet wird.

Schlüsselwörter:

Einstellung, Verhalten, Entscheiden

Zeitschrift für Sozialpsychologie 27, 1996, Heft 1, S. 90-99 © Verlag Hans Huber, Bern

Summary

Both, social psychological attitude research and behavioral decision research, aim at the prediction of behavior with uncertain consequences. The present article discusses whether theories from decision research can be profitably adopted into attitude research. Specifically, it is examined if cumulative prospect theory (Tversky & Kahneman, 1992) is a viable alternative approach to the theory of reasoned action (Ajzen & Fishbein, 1980). First, the most important conceptual differences and commonalities are pointed out and essential analogies are emphasized. Second, some specific techniques for measuring likelihoods and evaluations of salient beliefs are proposed. It is maintained that these modifications will improve the explanation of attitudes and the prediction of behavior.

Key words:

Attitude, Behavior, Decision Making

Zeitschrift für Sozialpsychologie 27, 1996, Heft 1, S. 90-99 © Verlag Hans Huber, Bern


wwwadmin@HansHuber.com, 2. Juli 1997